Winterwochenende im Voralpenland – Hiking im Februar

Winterwochenende im Voralpenland – Hiking im Februar

Der liebe Winter und ich, wir werden nicht die besten Freunde. Es ist häufig kalt, wird schnell dunkel und nasse Füße bekommt man auch schneller als man den Berg hochgekommen ist.

Trotzdem hat es durchaus seinen Reiz, sich auch in der kalten Jahreszeit nach draußen zu bewegen. Ich bin schließlich keine Couchpotato. Alles nur eine Frage der Motivation. Es muss ja nicht immer die Besteigung der Zugspitze sein. Kleine Touren und Spaziergänge eignen sich wunderbar, um etwas Winterluft zu schnuppern und langsam wieder Kondition für die anstehende Bergsaison aufzubauen.

Winterlicher Spaziergang rund um Ettal

Ettaler Mühle

Gleichgesinnte sind auf jeden Fall auch immer von Vorteil – am Samstag wäre ich vermutlich allein nicht rausgefahren. Dazu waren die Wetteraussichten viel zu trübe. Zum Glück haben mich gute Freunde, die zum Langlaufen auf die Loipe in Ettal wollten, mitgenommen.

vereister Weg auf der EttalrundeIch habe kurzerhand gefühlte 100 Schichten angezogen, meine Kamera mitgenommen und mich auf einen winterlichen Spaziergang begeben.

Der Plan: Ich wollte neben der Loipe auf dem Fußweg Richtung Graswang spazieren. Leichter Forstweg im Flachen, umringt von schneebedeckten Gipfeln. Das klingt jetzt leichter, als es war. Das tückische am Winter ist nämlich, dass man nie genau weiß, wie die Wegbeschaffenheit ist.

Während meine Freunde Angst hatten, dass die Loipe zum Teil weggeschmolzen ist, kämpfte ich schon nach wenigen Metern mit purem Glatteis. Die Spazierwege sind natürlich nur wenig bis gar nicht gestreut. Was für eine Rutschpartie.

Bereits an der Ettaler Mühle habe ich überlegt, wieder umzukehren. Ich bin dann noch auf spiegelglattem Weg weitermarschiert. Der Vorteil: Es war absolut niemand sonst unterwegs. Was in dieser Region eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit ist. Und: Das Thema Entschleunigung bekommt bei einer Eiswanderung wie dieser eine ganz andere Dimension. Ich nahm mir Zeit, Fotos zu machen und einfach nur die Atmosphäre zu genießen. Durch den wolkenverhangenen Himmel war die Stimmung etwas düster, aber fast schon wieder mystisch.

Nach 2 Stunden, in denen ich nur sehr wenig Wegstrecke hinter mich gebracht habe, saß ich dann im gemütlichen Klosterstüberl in Ettal. Die anderen kamen außer Atem fast zeitgleich an. Zur Belohnung gab´s Kaiserschmarrn. So muss das sein. Wenig Sport, viel Süßes 😀

Schlierseerunde zur Schliersbergalm

Panorama_Schliersee

Der Schliersee und das Idyll drumrum wirken momentan sehr frostig. Das liegt wohl daran, das der See unter einer Eisschicht schlummert und auch hier die Gipfel eine weiße Schneemütze tragen. Nachdem mir der Samstag so gut gefallen hat, beschließe ich auch Sonntag eine Mini-Tour zu machen. Zumal die Wetteraussichten viel besser versprochen sind für diesen Tag. Ganz in der Früh scheint auch die Sonne, aber auch hier ziehen dicke Schneewolken am frühen Vormittag auf. Egal.

Der eigentlich Plan: Auf dem Forstweg zur Schliersbergalm gehen und zwar auf direktem Weg. Ein paar Höhenmeter zur Steigerung müssen schon sein. Umgesetzt habe ich dann aber etwas unbeabsichtigt eine Rundtour, da ich den Einsteig nicht gefunden habe. So bin ich dann über die Stögeralm und durch den Wald über Zielmoos zu besagter Alm gewandert. Die angeschrieben 1,45 Stunden habe ich glatt mal unterboten. Top motiviert erreiche ich die Alm nach knapp einer Stunde und dass auch hier bei vereisten Wegen.

Blick von der SchliersbergalmIch bin die erste. Hurra. So kann ich ganz ungestört die schöne Aussicht auf den Schliersee und umliegendes Gebirge werfen und meinen Gedanken freien Lauf lassen. Als aus der Musikanlage Modern Talking ertönt, ergreife ich dann aber doch die Flucht. Das geht ja gar nicht. Außerdem ist mir trotz Sitzkissen und Decke dann doch langsam kalt geworden. Die Sonne versteckt sich leider hinter den aufziehenden Schneewolken. Zum Glück habe ich noch ein paar Strahlen abbekommen. Jetzt gehe ich den eigentlichen Weg zurück in den Ort. Wie sich herausstellt, habe ich alles richtig gemacht: Plötzlich kommen doch einige Leute hoch. Wollen wohl zu Mittagessen auf der Alm. Und beim Abstieg auf dieser Seite habe ich de ganze Zeit das schöne Panorama vor mir liegen. Wunderbar.

Es lohnt sich also auf jeden Fall, auch bei nicht so super Wetter im Winter rauszufahren. Die Strecken sind viel weniger begangen, die Sicht meist sehr klar und die heiße Dusche danach ein doppelter Genuss 😀

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