Nachtwandern und Schneesturmjogging – Ready for 2017

Nachtwandern und Schneesturmjogging – Ready for 2017

Schnee. Kälte. Eisiger Ostwind. Ich habe lange versucht, mich davor zu drücken. Aber irgendwann holt er mich dann doch ein, der hiesige Winter. Ich suche letztlich meine warmen Socken und ziehe eben immer eine Schicht mehr an. Der Drang nach draußen zu gehen siegt, so wage ich mich dann doch ans Winterwandern.

Ein paar Vorteile hat die weiße Jahreszeit eben doch: In den Bergen hat der Outdoorfreund selten so eine gute und vor allem klare Sicht wie jetzt. Außerdem bleiben die großen Besuchermassen wie man sie im Sommer findet, aus. Auch die Jogging-Strecke hat sich gelichtet. Ist wohl auf dem Laufband oder noch im Winterschlafmodus, die Läufergemeinde.

Silvestriges Nachtwandern – Winterwandern 2017

Winterstart_Tegernsee_WallbergDass mit der guten Sicht kommt uns Silvester zu Gute. Spontane, nicht ganz geplante Umstände lassen mich mit den Bergjunkies aus Minga, eine Facebookgruppe mit lauter wanderlustigen Leuten, auf den Wallberg gehen. Ja genau. Wir sind Silvester, mitten in der Nacht auf den Klassiker der Tegernseer Hausberge gestiegen. Lange Unterhose an, Stirnlampe auf, und los ging´s. Wer jetzt denkt, dass wir die einzigen Verrückten waren, die zum Jahreswechsel hoch hinaus wollten, der irrt gewaltig. Wir liefern uns ein tete-a-tete mit einer anderen Wandergruppe. Kurz unterhalb des Gipfels überholt uns sogar ein Mountainbiker. Ich bin beeindruckt.

Im Skianzug mit Glühwein in der Hand ins neue Jahr

Winterstart_Tegernsee_Wallberg

Kurz unterhalb des Gipfels spaltet sich unsere Gruppe – die eine Hälfte klettern ganz hinauf, die andere bleibt kurz hinter dem Wallberghaus. Ich schließe mich letzterer an, da mir die Kraxelei im Dunkeln doch etwas zu heikel ist. Um Mitternacht genießen wir einen wunderschönen Blick auf das Feuerwerk über dem Tegernsee und ganz am Horizont sehen wir auch ein paar Münchner Raketen. Was für ein Start ins neue Jahr!

Winterstart_Tegernsee_Wallberg_3Kalt ist es und vereist. Ich bin sehr froh, dass ich meinen Skianzug mitgenommen habe, um ihn über meine Wandersachen zu ziehen und eigentlich fast jeder ein heißes Getränk im Rucksack hat. Ein perfekter, sportlicher Start! Runterwärts ist es gefühlt noch rutschiger als beim Aufstieg. Spikes sind eine gute Wahl und erleichtern das Überqueren der Eisflächen. Ein bisschen abenteuerlich fühlt sich das an, aber so muss das sein.

Die Frisur sitzt – nicht. Joggen im Schneesturm

Auch die Joggingschuhe habe ich wieder geschnürt und mich abermals überwunden nach draußen zu gehen. Bei blauem Himmel und Sonnenscheine trabe ich los. Da es glatt ist, laufe ich ganz langsam. Dass muss ich auch, weil meine Kondition ziemlich im Keller ist. Aber selbst wenn ich wollte, ich könnte gar nicht schneller laufen, wegen den vereisten Wegen, Sicherheit geht nunmal vor. Ich habe zum Glück eine neue Playlist, sonst hätte ich vermutlich das Handtuch viel schneller geworfen.

Winterstart_Jogging_NyphenburgIrgendwann bin ich über den ersten müden Punkt hinweg und laufe einen weiten Teil meiner alte Laufstrecke Richtung Nymphenburg ab. Und es kommt natürlich, wie es kommen muss: Beim Rückweg erwischt mich ein fieser Schneesturm. Die Flocken peitschen mir ins Gesicht und vernebeln meine Sicht. Meine Jacke ist in Sekundenschnelle durchnässt, meine Haare fühlen sich angefroren an. Na super, genau das ist es, was ich nicht am Winter mag.

Mein Sportstart im Winter ist irgendwie immer etwas zäh. Mein Schweinehündchen mag einfach Wärme und Kuscheligkeit viel lieber. Aber mein Bewegungsdrang erinnert mich zum Glück immer daran, dass draußen die große weite Welt oder zumindest der nächste Park auf mich warten.

 

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