Sommerrollen und Käsestullen bei Herbstsonne auf dem Pendling

Sommerrollen und Käsestullen bei Herbstsonne auf dem Pendling

Kennt ihr das? Es gibt Tage, die sind einfach nur wunderbar. Ein freier Bergausflugs-Tag unter der Woche fällt definitiv in diese Kategorie. Vor Kurzem durfte ich so einen Tag erleben und das bei strahlendem Sonnenschein und hohen Temperaturen mitten im November.

Mit Kaffee und frischen, selbst gekauften Brezen saßen wir zu einer unmenschlich frühen Zeit im Zug nach Kufstein. Schon die Fahrt in dem mit Schulkinder vollgestopften Zug setzt mich in Entzücken. Ich freue mich einfach jedes Mal wie ein Tofu-Schnitzel, sobald ich die Silhouette der Münchner Hausberge erspähe, ganz egal wie voll die Bahn dabei ist. In diesem Fall ganz besonders, da ich durch mein Halbmarathon-Training kaum mehr in die Berge gekommen bin. Es ist fast schon skandalös lange her, dass ich den Bergschotter unter meinen Sohlen gespürt habe.

Das Tagesziel: Der Pendling bei Kufstein

Der Pendling (1563m) ist ein sehr beliebter Aussichtsberg.

Weg-zum-Pendling Kein Wunder, der Weg ist technisch einfach , der Gipfel überrascht aber mit seiner phänomenalen Aussicht auf das Kaisergebirge und das Inntal. Ausgangspunkt ist das Gasthaus Schneeberg in der Nähe des Thiersees. Am besten erreicht ihr diesen mit dem eigenen PKW, unter der Woche geht’s aber auch ganz gut mit dem Postbus. Am Wochenende fährt dieser leider nicht regelmäßig, was auch der Grund war, warum ich diese Tour schon so lange auf meiner Liste hatte.

Bereits bevor wir Kufstein erreichen, sticht der Gipfel hervor. „Oh schau mal, dass Matterhorn, wir sind falsch gefahren“, ist mein erster Kommentar. Ohne es zu wissen, habe ich unser Ziel gleich zwischen den ganzen Bergrücken entdeckt. Von Weitem ist die Gipfelform sehr markant. Von Kufstein aus sieht er eher unspektakulär aus. Man sieht nur das Pendlinghaus, aber nicht das Gipfelkreuz. Von der anderen Seite wirkt unsere Tagesetappe dann doch schon deutlich anspruchsvoller. Eigentlich wissen wir nicht, welcher Berg unserer ist, bis wir vor ihm stehen. So vertreiben wir uns die Anfahrt mit dem „Welcher ist denn nun unser“ – raten.

Kaisergebirge

Wer es sportlich ambitionierter mag startet direkt in Kufstein und steigt ca. 1000 Höhenmeter zum Gipfel. Wir nehmen die bequemere Variante von besagter anderer Seite und erreichen nach ca. 600 Höhenmetern und 1,5h reiner Gehzeit unser Ziel. Es ist gut, dass wir dieser Variante gewählt haben. Lauftraining ist eben kein Bergtraining, ich muss ganz schön schnaufen beim Ansteigen. Das lasse ich mir selbstverständlich nicht anmerken. Die Fotopausen alle 5 Schritte dienen dazu, schnell und heimlich wieder zu Atem zu kommen. Natürlich finde ich ganz nebenbei auch noch tolle Motive entlang des Weges. Der Weg ist anfangs eine bequeme Forststraße, die in einem angenehm steigenden Pfad endet.

Kulinarische Highlights als Gipfelüberraschung

IMGP5388 (Kopie)Plötzlich sind wir oben. Ich kann mich gar nicht sattsehen an der Aussicht. Zum Glück sind die Kufsteiner diese Reaktionen gewohnt und haben eine große Bank auf den Gipfel gestellt. Sehr gute Idee. Bevor ich stillsitzen kann, muss ich die Aussicht aus allen möglichen Perspektiven fotografieren. Wieder zu Hause frage ich mich jedes Mal, warum ich so viele Fotos durchschauen muss. Ich erkenne so langsam einen kausalen Zusammenhang. Was mich auf dem Gipfel etwas irritiert ist die quadratische Betonfläche vor dem Gipfelkreuz. Da stand wohl mal ein Haus, heute dient das Fundament wahrscheinlich eher als Landefläche für grüne Marsmännchen.

FullSizeRenderSolange draußen sein und wandern macht mich immer hungrig. Ich packe daher meine traditionelle Käsestulle samt Minitomaten aus. Wie früher in der Schule auf dem Pausenhof vergleichen wir unsere Lunchpakete und bieten uns die Inhalte gegenseitig zum Tausch. Daraufhin packe ich meins so schnell wieder ein, wie ich es ausgepackt habe. Es gibt Sommerrollen. Verrückt. Bis dahin wusste ich noch gar nicht, dass es außer Frühlingsrollen noch andere essbare Rollen gibt und schon gar nicht, dass die so gut schmecken. Lecker und überraschend. Ich bin doch ein Glückspilz denke ich bei mir: Sonne, eine wahnsinns Bergaussicht, Zeit, diese ausgiebig zu genießen, tolles Essen und interessante Gespräche sowie lustige Begegnungen mit rüstigen Rentnern machen den Tag perfekt.

InntalIch wollte gar nicht wieder runter, aber es ist eben doch November. Am frühen Nachmittag fängt die Sonne an unterzugehen und wir haben keine Stirnlampen dabei. Mit leichtem Novembersonnenbrand aber aufgetankt mit jeder Menge Bergenergie machen wir uns wieder auf den Weg. Diesmal nehmen wir die etwas längere dafür wurzelfreiere Forststraße. Das stellt sich als sehr gute Wahl heraus, da wir das Panorama noch lange genießen können, bevor es wieder auf den Waldweg zurück in die Zivilisation geht.

4 Comments

  1. Thomas

    Ein toller Bericht! Der Pendling fasziniert mich, seitdem ich ihn das erste Mal gesehen habe. Irgendwie bin ich bis heute aber nie nach oben gekommen. Nächsten Monat werde ich das hoffentlich mal ändern.
    Schöne Grüße
    Thomas

    Reply

    • Karolin

      Hallo Thomas,
      danke dir! Ja, mach das auf jeden Fall, es lohnt sich und dauert ja wie beschrieben auch nicht so lange 🙂
      Viele Grüße
      Karolin

    • Thomas

      Auf den Pendling habe ich es immer noch nicht geschafft – dafür aber auf der gegenüberliegenden Innseite auf die Naunspitze. Von dort hat man einen traumhaften Blick auf den Pendling: http://www.breitengrad66.de/2016/02/01/winter-traumtour-auf-die-naunspitze/
      Kann ich nur empfehlen!
      Schöne Grüße
      Thomas

    • Latisha

      I am taking 100,000 iu 4 days a week and 150,000 iu 3 days a week as prescribed by my doctor and my level is still in the minus mark…is there anything else I can do to get my level up? She told me I am terminal Vitamin D deficient. She does blood test weekly to make sure not getting to20h&#8x3i;.cave never had any side effects from the large dose.

Leave a Reply

*