Spontane Tour auf den Osterfeuerkopf

Spontane Tour auf den Osterfeuerkopf

Spontan sein. Ganz ehrlich – bei einer Bergtour bin ich das eigentlich nicht. Ich checke das Wetter ab mittwochs mehrmals täglich, in der Hoffnung irgendwo Sonne zu finden. Suche mir spätestens donnerstags eine Tour raus, gehe freitags früh ins Bett, um dann am Samstag ganz früh zu einer Tour aufzubrechen. So oder zumindest so in der Art läuft das normalerweise. Da steckt schon ein ausgeklügelter Plan dahinter 🙂

Letztes Wochenende habe ich allerdings erst Samstagabend um 10 beschlossen, die Wetterapp zu checken, um vielleicht rauszufahren. Ich stellte mir nicht mal einen Wecker. Morgens wachte ich trotzdem um 6 auf, erblicke strahlend blauen Himmel und entscheide ganz spontan, in die Berge zu fahren. Zumindest für eine kleine Tour, ohne Schnee und ohne, dass ich mit der Bahn umsteigen muss. Das schränkt die Auswahl erheblich ein, macht es dementsprechend aber auch irgendwie einfacher.

Eschenlohe

Wanderung auf den Osterfeuerkopf bei Eschenlohe

Der Osterfeuerkopf soll es werden. Noch nie gehört, stand bislang nicht auf meinem Wanderplan. Zumal dieser Gipfel mit seinen 1.368m wirklich sehr niedrig ist und fast noch in die Kategorie „Hügel“ fällt. Aber genauso eine kleine Wanderung habe ich mir für meinen spontanen Ausflug vorgestellt. Ich fahre – ganz untypisch – erst um 08.30 Uhr mit der Bahn in Richtung Eschenlohe. Zum Glück sind nicht allzu viele Leute wie befürchtet unterwegs. Normalerweise bekommt man um diese Zeit gar keinen Platz mehr in der Bahn.

IMGP0685Der Nachteil an spontanen Touren ist die mangelnde Vorbereitungszeit. So habe ich als etwas orientierungsloser Wanderer den Ausgangspunkt der Tour noch schwieriger gefunden als sonst. Quasi gar nicht. Ich irre ein bisschen im Dorf herum, um dann doch den falschen Abzweig zu nehmen.

Der Weg zum Osterfeuerkopf ist natürlich ausgeschildert, allerdings bin ich den Schildern zur Asambrücke gefolgt. Diese führt über die Asamklamm, ein schöner Schlenker, aber wie gesagt eigentlich nicht der Startpunkt der Tour.

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Als ich dann endlich den Startpunkt erreicht habe, bin ich schon über eine Stunde unterwegs. Naja, macht nix, Sonne scheint und ich bin immer noch hoch motiviert. Der Anstieg beginnt gleich sehr steil, nach 10 Minuten bin ich schon ziemlich am Keuchen. Plötzlich steht die Wandergruppe, der ich im Zug begegnet bin, wieder vor mir. Die haben wohl gleich den richtigen Weg genommen. 🙂

Der Weg verengt sich zu einem schmalen Pfad, der sich weiterhin steil nach oben schraubt. Ich lasse die Wandergruppe hinter mir, finde mein Tempo und komme gut voran. Zwischen den Bäumen erhasche ich hin und wieder einen Blick ins Tal. Ich merke, dass ich meine Kondition immer noch nicht zurückhabe.

IMGP0722Die 600 Höhenmeter machen mir ganz schön zu schaffen. Aber am Gipfel sind die Anstrengungen dann wie immer vergessen. Auf den Gipfel des Osterfeuerkopfes passen tatsächlich auch nur so ca. 15 Leute. Wir sind mindestens 20, ist also etwas eng, aber man kommt sich so schnell näher 🙂

 

Der Blick auf das Loisachtal ist einfach wunderschön. Die Zugspitze ist leider etwas wolkenverhangen – irgendwie zieht es auch etwas zu, so dass ich nach kurzer Rast den Rückweg antrete. Zumal die Wandertruppe den Gipfel dann auch endlich erreicht hat. Das wird mir dann aber tatsächlich zu eng.

 

Da ich meinen Zug etwas verpasst habe – ich brauche ganze 1,5h zurück, gönne ich mir noch einen kleinen Eiskaffee-Absacker im Restaurant „Tonihof“. Der Weg führt dann auch direkt zum Bahnhof zurück.

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So ist aus meiner ungeplanten Tour durch Zufall eine schöne Rundwanderung geworden. Ich habe meine Kondition trainiert ohne mich mit einem zu langen Marsch zu überanstrengen, hatte ein tolles Panorama und nette Weggefährten. Also alles richtig gemacht 🙂

 

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