Robust und schick – Schuhe für’s Gelände

Robust und schick – Schuhe für’s Gelände

Schuhe, davon kann man nie genug haben. Zumindest Frauen haben ja bekanntlich einen Faible dafür und leben diesen auch hin und wieder exzessiv aus. Nun, ich bezeichne das nicht als Faible, sondern als Notwendigkeit. Für lange Strecken braucht Frau flache Treter, für Abends etwas Höhere Exemplare, für Kälte was mit flauschigem Innen-Futter, usw. Und dann kommen da noch die Sport-Schuhe, die einen nicht ganz unwesentlichen Teil in meiner persönlichen Schuhsammlung einnehmen. Meine neuste Errungenschaft: Neue Trekking-Schuhe. Schon allein der Erwerb ist dabei ein abenteuerlicher Weg.

Wie ich zu meinen Trekking Schuhen kam

Ich hatte es bis auf den letzten Tag rausgezögert, denn wer gibt schon gern seine alten Trekking-Schuhe her. Ich nicht! Immerhin waren es meine ersten dieser Art. Sie haben mich bravurös durch die Pyrenäen getragen, mit mir meinen ersten Klettersteig überwunden und so manches Outdoor-Abenteuer erlebt. Da hängen nicht nur alte Schlammpartikel und Grashalme, sondern auch jede Menge Emotionen an den alten Sohlen. Aber irgendwann ist eben die Zeit des Abschieds von den alten Tretern gekommen.

Ich muss zugeben ich gehe nicht gern Outdoor-Schuhe kaufen, die Auswahl ist einfach zu groß und überfordert mich. Hier gelten eben andere Kriterien als – welche Schuhe passen zu meinem Oberteil und zu meinem restlichen Outfit? Funktional müssen Sie sein, robust natürlich und die Zehe dürfen beim Bergabgehen nicht anstoßen. Soweit die geänderten Anforderungen.

Ein sympathischer Fachverkäufer sieht mir offensichtlich meine Ratlosigkeit an und fragt mich, was ich denn mit den Schuhen anstellen will: Über die Wiese laufen, über Schotter und Felsen, Klettersteige oder doch eher Waldboden? Naja, als ambitionierter Outdoorlerin mach ich doch irgendwie alles!? Ich komme mir ein bisschen vor wie bei Subway – nur das die Extra-Portion Käse eine extra robuste Sohle ist. Wir entscheiden uns für Modelle im C-Bereich. Ja, der gute Verkäufer gibt mir das schöne Gefühl, die Wahl selbst und ganz unabhängig getroffen zu haben.

Trockenübung für den Ernstfall

Auch das unterscheidet den Outdoor-Schuhkauf vom normalen Sohlen-Shopping – das Testing vor Ort. Es geht eben nicht nur nach der Optik, obwohl es durchaus schicke Exemplare gibt. Ein Testberg oder zumindest eine Testbrücke muss also her. Authentischer könnte die Situation nicht sein – ich bahne mir meinen Weg zu besagtem Fachgeschäftinventar und merke schon auf dem Hinweg, ich bin hier nicht die Einzige, die auf die Idee kommt. Das ist ja fast so wie am Wochenende in den Münchner Hausbergen, prima! Endlich – jetzt bin ich dran, über diverse Untergründe kann ich meine neuen Sohlen bergauf und bergab testen. Wie im wahren Leben eines (Haus-)bergsteigers kommen mir Passanten entgegen. Zudem wird auch noch von hinten gedrängelt, so dass ich sogar mein Tempo der jeweiligen Situation anpassen muss. Jetzt hat nur noch ein bisschen Regen gefehlt, um die Rutschfestigkeit zu überprüfen. Aber wir wollen es ja nicht übertreiben. Outdoor ist eben Outdoor und Kaufhaus bleibt Kaufhaus.
Nach gefühlter zehnmaliger Überschreitung der Brücke mit den unterschiedlichsten Ausführungen habe ich ihn endlich gefunden – meinen neuen Schuh!

Die Zeit ist auf jeden Fall gut investiert. Jetzt kann ich am Berg mit meinen neuen Tretern brillieren. Sie werden Teil aller zukünftigen Begegnungen und Outdoor-Abenteuer.

One Comment

  1. Susi

    Grandiose Beschreibung des Fachgeschäftsinventars mitsamt seiner testwilligen Besucher 🙂 Besagte Brücke mit den sehr natürlich nachempfundenen Bodenbeschaffenheiten ist mir auch gut bekannt. Da bin ich auch entlang gestapft.

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