Mädels-Bootcamp zur Sommersonnenwende: Matsch, Schnee und eine Mini-Safari

Mädels-Bootcamp zur Sommersonnenwende: Matsch, Schnee und eine Mini-Safari

Nachdem ich meinen sportlichen Sommerplan der Welt kundgetan habe, geht’s dann auch schon los. Besser ist das vielleicht auch, sonst hätte ich mir das am Ende des Tages  und vor allem mit Blick auf die Wetter-App, die seit Tagen nur noch Regen ankündigt, nochmal anders überlegt.

SonnenhutPünktlich zur Sommersonnenwende finde ich mich also mit neuem outdoortauglichen Sonnenhut im Chiemgau ein. Unsere Homebase für die nächsten Tage ist der Sonnenhof in Übersee. Diese Location ist übrigens sehr zu empfehlen, wir kommen sicher wieder!

Die Motivation sprengt alle Grenzen, ich absolviere  sogar bevor es losgeht quasi zur Einstimmung eine Runde Sit-Ups. Schnell merke ich, dass es doch schon ein Weilchen her ist, seit dem letzten Mal. Das geht ja gut los.

Der Plan ist straff, das Wetter so wie angekündigt schlecht, nein ich glaube sogar noch schlechter. Aber das macht nichts. Wir haben uns ja schließlich ein Trainings-Bootcamp auferlegt, kein Chill-Wochenende. Oder wie meine Begleitung treffend einwirft: Wir sind nicht auf nem Stöckel-Camp.

Trainingstag 1 – Auf Bambi-Jagd im Regen

Regen-auf-dem-ChiemseeEigentlich wollten wir den Chiemsee mit einem Drahtesel umrunden. Also jeder auf einem. Es war uns dann aber zu Nass von oben, so dass wir uns für das Nass von unten entschieden haben und den See mit einem Boot überquert haben. Nein, kein Tretboot, sondern mit einem Ausflugsdampfer. Das könnte die Frage aufwerfen, wo jetzt genau das Training anfängt. Berechtigter Einwand, kommt aber tatsächlich noch: Wir haben uns dann dazu entschieden auf die Insel Herrenchiemsee zu fahren und selbige per Fuß zu umrunden. Gut, der Rundweg hat nur 7km, insgesamt haben wir an dem Tag aber um die 15km zu Fuß zurückgelegt, das zählt durchaus als Mini-Trainingstag.

Bei unserer Rundtour ist uns aufgefallen, dass das wohl nur wenige Leute machen, die eine Hälfte des Weges war ziemlich zugewuchert, so dass wir sehr bald Begleitung hatten: Bambi und Familie sprangen uns mehrfach vor die Flinte – ähm – vors Objektiv. Nebst Fröschen, Kühen, Pferden und Schnecken war allerhand geboten. „Das ist ja wie auf einer Safari. Und das für 7,50€“ ruft meine Freundin begeistert. Nunja, für Löwen und Co hätten wir sicher mehr zahlen müssen.

Trainingstag 2 – Besteigung des Sonntagshorns.

Sonntagshorn

Die Besteigung des höchsten Gipfels des Chiemgaus sollte mein Highlight werden. Aus sportlicher Sicht war es das auch, da wir knapp 1000 Höhenmeter aufs Parkett gelegt haben.
IMGP0321 (Kopie)Technisch ist der Aufstieg von Heutal aus wirklich einfach und genau richtig, für den Bergwanderwiedereinstieg.  Wie wir dann erfahren durften, kann er auch im Nebel wunderbar bezwungen werden. Die erhoffte sagenhafte Aussicht blieb uns leider verwehrt, es fing sogar an zu schneien und zu stürmen, getreu dem Motto „wie sie sehen, sehen sie nichts“. Der Sommeranfang zeigt uns trotz oder vielleicht auch aufgrund ausgiebiger Tanzeinlage unsererseits die eiskalte Schulter. Das hatte ich mir definitiv anders vorgestellt. Schade. Zum Trost gabs zumindest nen Kaiserschmarren auf der Hochalm. Und das gute Gefühl sportlich aktiv gewesen zu sein. Ein bisschen schmollen musste ich dann trotzdem, ich seh eben doch gern was.

Trainingstag 3 – Umrundung des Chiemsees

IMGP0397 (Kopie)Da wir durchaus flexibel sind, haben wir die Radltour auf den dritten Tag gelegt. Uns schien sogar die Sonne auf den Kopf, was für ein tolles Gefühl. Fröhlich radelten wir in einem Affenzahn los, wir wollten schließlich ordentlich sporteln und auch mal schwitzen, was wir bis dato tatsächlich noch nicht so wirklich getan haben. Der Fahrtwind ließ die Fliegen an meine Brillengläser klatschen, so schnell waren wir unterwegs.

Doch zu früh gefreut. Nach ca. einer dreiviertel Stunde ruft meine Freundin: „Sag mal, an dieser Kirche waren wir doch schonmal.“ Als wir dann tatsächlich wenige Minuten später wieder an der  Anfangskreuzung stehen, bestätigt sich der schreckliche Verdacht, wir haben es tatsächlich geschafft am See im Kreis zu fahren. Kleiner Tipp für alle, die den direkten Weg nehmen wollen: Folgt doch einfach den Schildern auf denen „Chiemsee-Radweg“ steht. Nachdem wir uns wieder gefangen haben, radeln wir also weiter und überholen ein zweites Mal das lustige Rentner-Pärchen aus unserem Hotel. Immerhin sind es so statt der geplanten 60km über 70km geworden.

In Gstad genehmigen wir uns einen leckeren Eiskaffee, beobachten die Segelboote und die lustigen Enten. Eine von ihnen verrichtet direkt vor unserem Tisch ihr Geschäft – was sie uns wohl mitteilen wollte?!
Die letzten 16km werden dann nochmal so richtig feuchtfröhlich. Der Himmel geht plötzlich auf und verwandelt unsere Radltour in einen Miss-Wet-T-Shirt Kontest. Wir haben auf jeden Fall beide gewonnen 😀

Fazit – Es lebe Plan B! Und: Auch ein bisschen Sport ist Sport!

IMGP0339 (Kopie)Also ich finde der Start meines sporty Sommers kann sich doch schonmal sehen lassen. Wir haben zwar nicht alles gesehen und die Tagesplanung mindestens dreimal über den Haufen geworfen,  aber manchmal ist das vielleicht auch besser so, wer weiß. Wir wollten den See umrunden, überfahren und von oben begucken. Hat ja so theoretisch zumindest geklappt.

Ich habe kaum Muskelkater (haben wir etwa zuwenig gemacht?) und nen kleinen Sonnenbrand. Aber den habe ich lieber jetzt, als nachher auf den langen Touren. Als ich zu Hause ankomme, habe ich sogar Lust eine Runde zu laufen. 7 lockere Kilometer werden es dann tatsächlich noch. Scheint doch was gebracht zu haben unser kleiner Ausflug.

Und vor Schreck hab ich auch noch ein halbes Kilo verloren. Vielleicht auch, weil ich abends einfach zu müde war, um noch was zu essen, wer weiß. Ich bin jedenfalls bereit für die nächste Runde. Chakka.

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