Lina Luftig lernt Skifahren

Lina Luftig lernt Skifahren

Ich habe mich bis vor kurzem immer davor gedrückt – zwei Bretter unter den Füßen, was soll das bringen? Spaß – sicher nicht, dachte ich bei mir. Das sieht auch immer so gefährlich aus, wenn die Skifahrer sich die Piste runterstürzen. Wintersport ist einfach nicht meins, außer natürlich Winterwanderungen.

Foto 4Und dann kam es, wie es früher oder später kommen musste. Eine Kollegin meldete mich für einen Anfänger-Skikurs an, da ich eh schon auf dem Stubaier Gletscher beim SportScheck GletscherTestival arbeitete. Nun gut, wenn ich schonmal im Schnee bin, dann kann ich das ja auch mal ausprobieren, dachte ich mir. Als ich im gefühlten Astronautenschritt mit den Skischuhen über den Schnee flanierte, war ich mir da aber schon nicht mehr so sicher. Raul, unser Skilehrer, nahm uns erste Zweifel, stellte in Seelenruhe unsere Skier ein und stiefelte dann los. Einziges Problem: Er war nicht auf komplette Anfänger vorbereitet, entschloss sich nach ein paar einfachen Übungen dann schon dafür, dass wir jetzt soweit wären. Ohne groß nachzufragen, stimmten wir ihm zu.

 

Ab auf die Piste – Ähm, wie jetzt Piste?!

Ich bin von Grund auf neugierig. Ohne groß zu überlegen fand ich mich daher bald das erste Mal im Schlepplift wieder. Das klappte dann auch ganz prima. So hochgezogen werden, mit toller Aussicht – das fand ich super. Als ich dann oben auf der blauen Piste stand, fragte ich mich allerdings, wie ich wieder in diesen Schlamassel gekommen bin und vor allem – wie zur Hölle ich da wieder runter komme.

FotoErfahrene Skifahrer werden jetzt denken – naja, blaue Piste ist ja easy. Nein, dem muss ich klar widersprechen. Das erste Drittel war wirklich sehr, sehr steil. Zu steil für einen blutigen Anfänger, wie ich meine. Raul war wenig erschüttert von unseren panischen Gesichtsausdrücken, und zeigte uns die erste galanten Schwünge. Wir müssten einfach nur das machen, was wir auch unten geübt haben. Ja ne, ist klar. Nur das man hier, sobald man sich in die Kurve lehnt das Gefühl hat, man fährt ab durch die Mitte. So lernte ich sehr schnell die Vorzüge der Textilbremse kennen. Das mit dem einfach nicht nach unten schauen, hab ich irgendwie nicht realisieren können – wohin soll man denn schauen, wenn es nur nach unten geht? Ich bin wirklich sehr froh, dass man geschützt durch den Helm – ich hatte ein besonders modisches Exemplar mit Visier wegen meiner Brille –  doch sehr anonym fährt und mich niemand erkannt hat.

Erste Fortschritte – aber die Linkskurve ist defekt.

Was mach ich hier eigentlich? Wie schaffen das die anderen hier in Windeseile und in elegant runterzuwedeln? Ob ich heil unten ankomme? Dieses waren die Hauptfragen, die mich während meiner doch etwas stockenden Abfahrt beschäftigten.

Und dann plötzlich – ich weiß nicht ob meine Textilbremse einfach nicht mehr wollte oder ob es an den immer forscher werdenden Rufen unseres Skilehrers lag – zack, die erste Kurve und ich stand noch. Oh, wie konnte das denn passieren? Neuer Versuch – nein, links rum geht irgendwie nicht. So schaffte ich es tatsächlich das zweite Drittel zumindest die Rechtskurven halbwegs richtig zu fahren. Ziemlich cool sah das sicher aus, so fühlt sich also Felix Neureuther. Na gut, der fährt sicher noch etwas schneller, aber ich bin auf einem guten Weg.

Foto 2Das letzte Drittel siehe da, unter nochmaligen Anfeuerungsrufen des Skilehrers gingen dann auch die Linkskurven und ich schaffte eine paar komplette Züge.

Jetzt erst merkte ich, dass meine Beine längst zitterten und ich tatsächlich völlig platt war. Lockeres Fahren ist eben doch was anderes. Ich kam heil unten an, im Stehen. Und wusste nicht, ob ich jetzt lachen oder weinen sollte. Vor lauter Überlegen machte ich dann keines von beiden und schleppte mich mit letzter Kraft zum Verleihstand.

Hmm, ob mir das jetzt Spaß macht oder nicht kann ich gar nicht so genau beantworten. Darauf konnte ich mich jetzt wirklich nicht konzentrieren, es war schließlich das allererste Mal, was ich hier nochmals betonen möchte. Ich denke, für ein endgültiges Fazit muss ich es noch ein paar Mal austesten in diesem Winter. Aber auf einer anfängergerechten Piste.

Es waren übrigens auch noch folgende Blogger vor Ort – die über ihre Profi-Testings berichten:

 

3 Comments

  1. Dennis

    Oh Mann, ich bin ja mal gespannt, wie ich mich bei meinen ersten Versuchen auf den Skiern anstelle. Snowboard geht ja gut, aber wie es dann aussieht, wenn ich die beiden Beine unabhängig voneinander bewegen kann und soll…
    Drück‘ mir die Daumen, liebe Karo 🙂

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  2. Sven

    Hehe, Déjà-vu! http://www.aufundab.eu/blogs/sven/2014-challenges-skifahren-lernen
    Schön, dass es anderen Anfängern auch nicht wirklich besser ergeht 🙂

    Aber Blut geleckt hast schon auch, oder? Ich freu mich jedenfalls auf diesen Winter, um meine „Kenntnisse“ noch weiter zu vertiefen.
    lg, Sven

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  3. Birgit

    Ja, Skifahren….
    Diese Dinger ohne Bremse. Das heißt die Textilbremse habe ich dabei schon öfter mal getestet. Und wie war das. „Runter komm`s alle!“
    Na dann, weiterhin viel Spaß auf der Piste.
    LG Birgit

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