Küstenidylle im Teno-Gebirge auf Teneriffa

Küstenidylle im Teno-Gebirge auf Teneriffa

Darf´s ein bisschen Meer sein? Ein Inselbesuch ist ohne eine frische Brise eingeatmet zu haben natürlich nur halb so schön. Nach einer Woche Hochlandaction auf Teneriffa habe ich die zweite Hälfte meines Urlaubs dann im etwas flacheren aber trotzdem schön hügeligen Teno-Gebirge verbracht.

Meine Homebase war in Los Silos gut gewählt, wie ich finde. Mein großzügiges Apartment war nur zwei Gehminuten vom Meer entfernt. In Gehnähe außerdem die Promenade, die mich jeden Abend zu einem Spaziergang eingeladen hat. Die Location ist sehr ruhig und nicht das klassische Tour-Domizil. Also genauso, wie ich es wollte.

Neben der grünen Oase Masca sind auf jeden Fall das Fischerörtchen Garachico und Buenavista del Norte lohnenswerte Ziele, um das maritime Flair zu erleben.

Flanieren in Garachico

Natürliches Meerwasserbecken

Das Fischerstädtchen mit gerade einmal knapp 5.000 Einwohnern ist wirklich bezaubernd. Wenn man von los Silos einfährt, hat man eine wunderbare Sicht auf das weiß schimmernde Dorf samt Kirche. Auch hier gibt es keinen Strand im klassischen Sinne, da die Küste durch Lavagestein dominiert wird.

Allerdings haben die Einwohner aus der Not eine Tugend, bzw. Touristenattraktion gemacht. Die alten Lavaströme, die die Stadt und große Teile des Hafens im Jahr 1706 stark zerstört haben, sind heute Basis des Meerwasserschwimmbades. Treppenstufen und ein gemauertes Wegenetz erleichtern die Einstieg in die verschiedenen, natürlich vom Lava geformten Bassins, die sich je nach Wind und Wetter mit Wasser füllen. Hier kann man es definitiv aushalten.

Im Ortskern gibt es allerlei Touri-Shops, aber auch einen schön begrünten Marktplatz, der vom Franziskanerkonvent und diversen Cafés umringt wird. Geht man an der Kirche St. Ana vorbei kommt man direkt auf den Wanderweg, der aus der Stadt hinaus auf den Berg führt. In 500 Höhenmetern geht es sehr steil in Richtung San Raparo. Schon von er Hälfte hat man einen sehr schönen Ausblick auf die Stadt. Und das ist auch gut so – der Weg ist kurz nachdem ich die Ausläufer der Stadt verlassen habe wegen Steinschlag gesperrt. Schade.

Garachico von oben

 Buenavista del Norte und Umgebung

Etwas südlich von los Silos befindet sich Buenavista del Norte, ein etwas moderneres und größeres Städtchen als Garachico. Die Stadt an sich fand ich jetzt persönlich wenig spektakulär. Aber: Einer inneren Eingebung folgend lief ich etwas planlos Richtung Meer. Ich war einfach neugierig, ob es hier tatsächlich Strand oder auch nur Steilküste gibt. Und ich wurde belohnt: Ein sehr ordentlich gestalteter angelegter Weg führt den Wanderer sicher über die Steilküste. Direkt vorbei an einem schnieken und sehr grünen Golfplatz. Hier trifft sich wohl die High-Society 🙂

Küstenweg

Es kommt noch besser: Am Ende des Weges nach ca. einer Stunde Gehzeit findet sich ganz versteckt, ganz im Verborgenen ein super-süsses Fischrestaurant. Ein Träumchen, so muss das sein. Tolle Gerichte, mega-Aussicht, ein echter Geheim-Tipp, der auch gut mit dem Auto erreichbar ist. Ich beschließe, dass dies meine Essens-Location der noch bleibenden Abende wird.

Was ich an der Küste feststellen muss: Es ist zwar um einiges wärmer, aber auch sehr windig. Meine Highlight-Touren konnte ich allesamt durch kürzlich Steinschläge nicht finishen. Das ist auf jeden Fall einen Grund, nochmal wiederzukommen.

Kakteen

Auf dem Weg zum Leuchtturm_Den Leuchtturm  am Punta de Teno hätte ich zu gern gesehen. Aber auch diese Tour habe ich nur zur Hälfte absolvieren können. Von Teno Alto steigt man eigentlich durch saftige grüne Felder ab und landet letztlich mitten in der Steilküste.

Da es mich schon fast von den grünen Feldern weggepustet hätte, habe ich kurzerhand selbst den Rückweg gewählt. Na gut, eine einheimische Schäferin hat mir auch dazu geraten und wenn die es schon stürmisch finden, dann heißt das sicher was. Auch das mit dem Schummeln hat nicht geklappt. Es führt normalerweise eine sehr schmale Küstenstraße aus Richtung Norden nach Teno Alto. Eine Alternative zum Wandern. Aber auch diese war gesperrt – richtig, wegen Steinschlag.

Auf dem Weg zum LeuchtturmTrotz gescheiterter Touren konnte ich die Küstenregion im Teno-Gebiet sehr genießen. Halt mit etwas weniger Bewegung als geplant, dafür mit mehr Fisch und sehr viel Sonne. Für die Küstenstraßen sollte man auf jeden Fall Nerven mitbringen.

Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr, bald auch weitere Inseln der Kanaren bzw. andere Ecken von Teneriffa zu erkunden.

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