Gipfeltime: Ab auf das Rittner Horn. Sportlich durch Bozen (II)

Gipfeltime: Ab auf das Rittner Horn. Sportlich durch Bozen (II)

Zu unserem Bozener Sportprogramm soll auf jeden Fall die Besteigung eines Gipfels zählen, darin sind sich meine Freundin Susi und ich uns einig. Nach dem Blick auf eine Karte werden wir schnell fündig: Von Oberbozen aus führen mehrere Wege per Bahn oder auch zu Fuß auf das Rittner Horn (2.260m). Wobei die meisten Besucher wohl eher die Seilbahnvariante wählen, das verrät zumindest der irritierte Blick der Dame aus der Touristeninfo. Als wir sie nach Wandertouren fragen, macht sie uns konsequent auf Seilbahnfahrten aufmerksam. Die von ihr vorgeschlagenen Karten helfen uns dann aber trotzdem weiter.

Bozen_Weg zum Rittner Horn

Lamas, Kühe und Pferde – Ein kleiner Zoo auf dem Weg zum Rittner Horn

Bozen_SeilbahnNach Oberbozen fahren wir dann tatsächlich mit der Seilbahn. Gemeinsam mit 20 kleinen, sehr aufgeweckten Schulkindern, die offensichtlich sehr aufgeregt sind und wild durcheinander plappern. Oben angekommen, trennen sich dann aber unsere Wege.

Wir gehen durch das beschauliche Oberbozen und werfen einen ersten Blick auf schneebedeckte Berge. Ein tolles Panorama, ich mag die Tour jetzt schon. Auch wenn mich die in Tourenbeschreibungen angegebenen 8 Stunden Fußmarsch etwas einschüchtern. Aber 1.000 Höhenmeter auf 4 Stunden, das ist machbar, beruhige ich mich.

LamaDer Weg führt uns schnell durch Oberbozen hinaus auf einem angenehmen, nur leicht steigenden Waldweg. Es dauert nicht lang, dann kommen wir an einen abgezäunten Bereich, hinter dem ich Kühe vermute. Was uns entgegenblickt, lässt uns dann doch sehr schmunzeln: Es sind vor sich hin kaufende, lustig guckende, mit viel Wolle auf dem Kopf ausgestattete Lamas. Das Gehöft, an dem wir vorbei wandern ist ein Lama-Hof. Wir verhalten uns unauffällig, damit wir ihre Ruhe nicht stören und machen heimlich Fotos. Susi macht Lama-Selfies, um ihre Kuhselfie-Gruppe etwas aufzumischen. 🙂

Auf unserem Weg sind wir tatsächlich ganz allein, die anderen fahren alle mit der Bahn bis zur Unterhornhütte. Wir genießen das Panorama dafür etwas länger und erfreuen uns an glücklichen Kühen und grasenden Pferden, die unseren Weg begleiten. Fotomotive sind immer gut, um ein kleines Fotopäuschen einzulegen und heimlich zu verschnaufen. Mit Susis Kondition kann ich dann doch nicht mithalten, lasse mir das aber selbstverständlich nicht anmerken.

Irgendwann nach zahlreichen letzten Kurven erreichen dann auch wir die Unterhorn-Hütte und haben einen fantastischen Blick auf die Dolomiten. Darüber formieren sich dunkle Wolken, davon lassen wir uns aber nicht aufhalten. Zum Gipfel hinauf führt ganz Tourifreundlich ein gepflasterter Weg. Ein bisschen mehr ursprüngliche Natur hätte es für meinen Geschmack schon sein dürfen. Aber die Seilbahnfahrer wollen ja auch gern auf den Gipfel kommen.

Hütte statt Gipfelkreuz

IMGP6669„Sind wir schon da?“ Ganz sicher sind wir uns im ersten Moment nicht. Statt Gipfelkreuz warten Fahnen und eine Hütte auf uns. Seltsam. Nach kurzem Fotostopp ergeben wir uns unserem Schicksal und nutzen die Rittner Horn Hütte gleich für eine Kuchenpause. Der Wind pfeift hier oben ziemlich, so dass eine geschützte Ecke gerade recht kommt.

 

Für den Rückweg wählen wir den Panorama-Weg, der uns über den ausgeschilderten Hirtensteig wieder nach Pemmern und dann zurück nach Oberbozen führt. Dieser ist definitiv spannender als die Forstweg- und Wiesenvariante unseres Hinwegs. Auch hier haben wir wieder tierische Begleitung: Nebst stolzen Pferden begrüßen uns freundliche Esel auf einer Wiese.

Bozen_2_1000

Auf dem Rückweg macht sich die Länge der Tour dann doch bemerkbar. Meine Füße fangen an zu brennen und zu schmerzen. Ich habe leider meine richtigen Wandersocken vergessen, das rächt sich nun. Ich laufe mir eine dicke fette Blase. Autsch. Eine leckere Pizza in Oberbozen hilft ein bisschen über den Schmerz hinweg. Abends kann ich dann aber nur noch humpelnd durch Bozen flanieren. Man sollte eben doch nicht 30km mit den falschen Socken laufen. Learning fürs nächste Mal.

 

 

 

 

 

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