Frühsport mit den Kollegen – Wanderung im Chiemgau

Frühsport mit den Kollegen – Wanderung im Chiemgau

Eines vorweg: Ich bin kein Frühaufsteher. Wirklich nicht. Aber es gibt Momente im Leben, da muss man einfach gewohnte Muster durchbrechen. Und wenn ich die Aussicht auf eine Bergtour habe, dann ist das so ein Moment für mich. Aber von vorn:

Wandern um 4 Uhr – Meinen die das wirklich Ernst?

Ich war für ein paar Tage im Chiemgau, um mit Kollegen an einem Workshop teilzunehmen. Unsere Sport-Begeisterung war nicht zu übersehen: Während die anderen Business-Hotel-Gäste im Anzug dinnierten, führten wir diverse Sportmarken zur Schau. Insbesondere zu Feierabend verabredeten wir uns für Lauftouren oder andere sportliche Aktivitäten.

P1010843Einerseits machte mein Wanderherz einen explosiven Hüpfer, als die Idee in den Raum gestellt wurde, eine morgendliche Tour zur Schnappenkirche zu unternehmen. Aber irgendwie habe ich nicht wirklich geglaubt, dass wir vor unserem Workshop tatsächlich um 04.30 Uhr loskommen. Von Neugier getrieben stellte ich dann trotzdem den Wecker auf 04.00 Uhr morgens. Wenn keiner wartet, leg ich mich einfach wieder hin und behaupte, ich wäre laufen gewesen. Soweit zum heimlichen Plan.

Als mich der Nachtportier freudestrahlend in der Hotel-Lobby begrüßte wußte ich, ich bin nicht die Erste. Leicht verschlafen aber top gestylt im sportlichen Dress saßen meine drei Kollegen bereits dort – hmm, na gut, also doch nicht wieder hinlegen.

Die Schnappenkirche bei Nacht oder, warum sind die Photos so dunkel?

rsz_p1010862Stirnlampen auf und los gings, ab in den Wald. Ich weiß auch nicht, aber irgendwie erinnerte mich die Szenerie ein bisschen ein Blair Witch Project. Ich reihte mich vorsichtshalber in die Mitte der Gruppe ein, man weiß ja nie. Den ersten und den letzten trifft es bekanntlich immer zuerst. Das sagte ich den Jungs natürlich nicht. Nein, nein, ich laufe immer so schnell die Berge hoch, das hat gar nichts mit der unheimlichen Dunkelheit zu tun. 1,5 h später waren wir dann auch schon oben. Zu früh – die Sonne wollte einfach nicht aufgehen. Die Schnappenkirche thronte einsam auf dem Berg umhüllt von Dunkelheit. Ich hab ja gesagt, dass die Sonne nicht vor halb sieben aufgeht, aber ich wurde beim Festlegen der Startzeit glatt überstimmt.

 

rsz_abcWährend ich ungeduldig auf die ersten Sonnenstrahlen starrte, hoffte ich inständig, dass wir den Sonnenaufgang noch vor unserem Abstieg abwarten würden. Eine Nachtwanderung ohne Sonnenaufgang ist doch wie eine Bergbesteigung ohne Gipfel, das weiß doch jeder!

Mit Technik kann man bekanntlich jeden Mann ablenken, so gab ich großzügigerweise meine Kamera aus der Hand. Diese wurde dann auch gleich für experimentelle Photografie genutzt: „Ich glaub die Kamera ist kaputt, die Bilder sind so dunkel“, hörte ich meinen Kollegen rufen. Ich bin ja keine Fachfrau, aber manchmal hilft es einfach, wenn man den Objektivdeckel abnimmt, gell, aber es war ja auch noch früh 🙂

Ein Plädoyer für den Frühsport

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Und dann war er plötzlich da, der Moment, an dem man die vorangegangenen Blair Witch-Phantasien, das frühe Aufstehen und das Schwitzen mit anschließendem Frieren vergisst: Endlich brach die Dämmerung über uns hinein, die Morgenröte bahnte sich langsam ihren Weg ins Tal und küsste die Umgebung wach. Wow, was für ein Anblick. Diese besondere Stimmung gibt’s einfach nur am Morgen. Den anderen gings wohl ähnlich, wir genossen einfach nur gemeinsam die Stille.

rsz_p1010942Im Hellen gings dann bald darauf wieder Richtung Auto – diesmal konnten wir den Weg genauer betrachten. War doch ziemlich steil an der ein oder anderen Stelle. Jetzt war auch die letzte Müdigkeit wie weggeblasen, als das gefärbte Laub unter uns raschelte.

Frisch geduscht und gekämmt saßen wir dann tatsächlich pünktlich mit den anderen beim Frühstück – wo wir es uns richtig schmecken lassen konnten. Schließlich hatten wir schon die ersten Kalorien sportlich verbrannt. Die morgendliche Energie blieb uns den ganzen Tag, ebenso wie die bewundernden Blicke der anderen Kollegen. Ich mag ab sofort Frühsport 🙂

Ich freue mich schon auf den nächsten gemeinsamen Ausflug mit Kollegen, dann vielleicht mit Stirnlampen und Schneeschuhen!

One Comment

  1. Karin

    Respekt! Und ich dachte, ich wäre bekloppt, weil ich um 5 Uhr morgens in die Muckibude gehe. 😉

    LG, Karin

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