Frühlingsanfang in Lenggries – oder: Die Tücken der Übergangszeit

Frühlingsanfang in Lenggries – oder: Die Tücken der Übergangszeit

Im Tal liegt längst der Frühling in der Luft, ist ja schließlich auch ganz offiziell schon Frühlingsanfang. Mit milden Temperaturen und Frühjahrsblühern lockt er uns in kurzen Shirts nach draußen. In höheren Lagen sieht das allerdings noch anders aus. Eisige Winde, tückische Schneefelder und vereiste Pfade machen Winterwanderungen jetzt herausfordernd. Aber zum Glück nicht unmöglich.

Die Zeichen der Übergangszeit

Frühlingsanfang_Lenggries_2Der Untergrund: Meine letzte Wanderung führte mich auf das Seekarkreuz. Ich startete unten auf dem Parkplatz bei Lenggries, hüpfte bald durch matschiges weil noch feuchtes Gras und freute mich auf den Aufstieg. Mein anfangs straffes Tempo fand ein jähes Ende durch eine plötzlich aufkommende Schneedecke, die sich in schattigen Waldstücken als Eisbahn entpuppte.

Das perfekte Outfit – und wie es andere definieren: Oben Shirt – unten dicke Socken und Gamaschen stellten sich dementsprechend als perfektes Outfit heraus. Auf meinem Weg begegneten mir dick eingemummelte Michelin-Männchen – die müssen doch unter ihren vielen Schichten dampfen, dachte ich bei mir. Oben auf der Sonnenterasse begrüßte mich ein Snowboarder, der sich in seinem Muskelshirt entspannte. Doch schon Sommer?

Der Aggregatzustand des Proviants: Nein, definitiv nicht – der eisige Ostwind auf dem Seekarkreuz ermunterte mich dazu, alles, was ich in meinem Rucksack mitschleppte anzuziehen. Hat sich die Schlepperei wenigstens gelohnt. Echte Outdoorler verspeisen ihre Brotzeit schließlich auf dem Gipfel und lassen sich nicht so leicht durch die Witterung abschrecken. Der Absacker zur Hütte dient nur dem Nachtisch. Leider waren meine Müsliriegel sehr hart, da halb gefroren. Ich schmolz meine Tiefkühlkost daher erstmal in der warmen Sonne.

Die Mitsportler: Als ich feststellte, dass mein Proviant tiefgekühlt war – tauchten wie aus dem Nichts zwei Skitourengeher auf und nahmen mir die Sicht. Solange noch Skifahrer und Schneeschuhe auf dem Gipfel der Voralpen Grund für die Sichtversperrung sind, ist definitiv noch kein Sommer.

Lina Luftigs Tipp für das Winter-Frühlingswetter

Frühlingsanfang_Lenggries3Flexibel bleiben was das Outfit angeht! Grödeln z.B. sind ein unbedingtes Muss im Rucksack. Sie nehmen kaum Platz weg und bieten guten Halt auf steilen, verschneiten und vereisten Abschnitten. Außerdem scheint es bei nicht bergaffinen Menschen so zu klingen, als wär man total erfahren, erwähnt man diese kleinen Helferlein. 😀 Außerdem: Lieber eine Schicht zuviel als zu wenig einpacken, spätestens auf dem Gipfel und auf der Rückfahrt wird es schattig und kalt.

Sonnenutensilien wie Creme und Sonnenbrille dürfen auf keinen Fall fehlen. Im Frühling holt man sich die übelsten Sonnenbrände, da die Haut noch nicht an die UV-Strahlung gewöhnt ist. Daher möglichst dick einschmieren. Das verschafft dann auch gleich ein Gefühl von Sommer, ein klebriges glänzendes Gesicht an dem kleine Erdpartikel festkleben, natürliches sommerliches Peeling auf der Haut. Herrlich.

Frühlingsanfang_Lenggries4Mehr Zeit als für eine Sommertour einplanen – die Untergründe sind unberechenbar. Liegt noch Schnee sinkt man ein, sind die Wege vereist wird’s rutschig – in beiden Fällen kommt man weitaus langsamer voran als auf sandigen Forstwegen.

Das Wichtigste zum Schluss: Erfreut euch an der erwachenden Natur und dem glitzernden Schnee durch den sich die Frühblüher kämpfen.

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